Eingewöhnung

Der Wechsel von der Betreuung in der Familie zu einer Betreuung in einer Gruppe stellt für das Kind, aber auch für seine Eltern eine große Herausforderung dar.

Die Räumlichkeiten sind fremd, die Betreuerinnen, der Tagesablauf – an all dies muss ein Kind sich erst einmal gewöhnen. Dies braucht vor allem Zeit!

Für uns ist es wichtig, dass das Kind die Möglichkeit hat, behutsam und allmählich in die neue Situation hinein zu wachsen, sich mit den vielfältigen neuen Endrücken auseinandersetzen und Gefühle wir Trauer bei der Trennung bewältigen kann.

Hierfür brauchen wir die Unterstützung der Eltern.

Wir arbeiten mit einem BezugsbetreuerInnensystem. Das bedeutet, dass jedes Kind einer bestimmten Betreuerin zugeordnet wird. Diese ist als Bezugsbetreuerin besonders für dieses Kind und für seine Pflege verantwortlich. Übersteigt die Betreuungszeit  eines Kindes die Arbeitszeit der Bezugsbetreuerin, so übernimmt für die restliche Zeit eine andere Betreuerin die Betreuung.

Bezugsbetreuung heißt nicht, dass ein Kind nur Kontakt zu seiner Bezugsbetreuerin hat. Sie trägt jedoch die Hauptverantwortung für das Kind.

 

Phasen der Eingewöhnung

1.    Phase der Eingewöhnung:

In der Regel bleibt die Bezugsperson mindestens drei Mal für einen Zeitraum von etwa einer Stunde mit dem Kind im Zwergengarten, bevor über eine erste Trennung gemeinsam entschieden wird.

In diesen ersten Tagen lassen wir das Kind seine neue Umgebung erkunden und versuchen immer  wieder kurz Kontakt mit ihm aufzunehmen.

Die Eltern sollten sich in dieser Phase eher passiv verhalten.

Wenn wir merken, dass sich das Kind wohl fühlt, intensivieren wir den Kontakt mit ihm und lassen die Eltern sich zurück ziehen. Sie sollen aber noch im Haus bleiben, um rasch erreichbar zu sein. Das Kind kann sich nun in sein Spiel,  seine Beobachtungen oder seinen Kontakt zu uns und den anderen Kindern vertiefen, hat aber jederzeit die Möglichkeit, zu seiner Mama/seinem Papa zu gehen, wenn es sie/ihn braucht. Wir versuchen nun auch den Kontakt zum Kind zu verstärken, um ihm die Sicherheit zu geben, dass wir jederzeit da sind, wenn es uns braucht.

2.    Phase der Eingewöhnung

Wir entscheiden gemeinsam mit den Eltern, wann die Eltern das erste Mal außer Haus gehen. Die Eltern verabschieden sich vom Kind und gehen. Anfangs sollte die Trennung jedoch nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Wendet sich das Kind uns oder seinem Spiel zu, so ist dies natürlich der Idealfall. Es kann aber auch sein, dass das Kind über die Trennung traurig ist. Wenn es uns gelingt, das Kind zu trösten, dann zeigt dies, dass es bereits Vertrauen in uns hat. Lässt sich das Kind nicht beruhigen, so wird die Mama/der Papa wieder zurück geholt und wir gehen gemeinsam noch einmal einen Schritt zurück. Nach 2-3 Tagen kann dann wieder ein Trennungsversuch stattfinden. Das Zurückholen der Eltern ist deshalb unumgänglich, weil die Wirkung dieser negativen Erfahrung beim Kind auch sein kann, dass es gar nicht mehr bleiben möchte.

Wenn wir merken, dass sich das Kind in der Zeit, in denen die  Mama/der Papa weg sind, bei uns wohl fühlt, dehnen wir diese Phasen jeden Tag weiter aus, bis wir die Zeitdauer erreicht haben, die die Familie benötigt.